Wie alles begann

Da ich in den letzten beiden Semestern nur noch relativ wenig Vorlesungen hatte, wollte ich dir Zeit nutzen und ein wenig als Werkstudent arbeiten. Mehr durch Zufall bin ich dann bei einem Startup gelandet welches Apps entwickelt. Im Vorstellungsgespräch mit dem Geschäftsführer wurden mir die beiden schon vorhandenen Apps vorgestellt sowie die dritte, sich noch in der Entwicklung befindliche App grob erklärt. Die beiden schon vorhandenen Apps waren für den sozialen- bzw. für den medizinischen Sektor gedacht und eher für einen bestimmten Kundenkreis konzipiert.

Was mich an diesem Gespräch schon etwas verwunderte war der Zustand des Büros. Das Team der Firma bestand zu dem Zeitpunkt aus dem Geschäftsführer und dem Entwicklungsleiter, einem Informatik Masterstudenten. Diese beide hatten es geschafft, dass das 25qm Büro aussah wie ein Handgranatenwurfstand und lies in mir schon den Verdacht aufkommen, dass eventuell auch die Strukturen innerhalb der Firma ähnlich sein könnten. Aus dem Grund wunderte es mich nicht, dass meine Aufgabe am Anfang erstmal an Unterstützung des Geschäftsführers sein sollte und im weiteren Verlauf sollte ich mich um die Projektplanung sowie die Strukturplanung für den Projektablauf kümmern und so den Entwicklungsleiter unterstützen.

Nach dem Gespräch haben wir dann vereinbart, dass ich in den folgenden zwei Wochen jeweils 2 Tage zum Probearbeiten vorbei komme und wir gucken ob wir zusammen arbeiten können.

Der erste Tag im Büro war dann auch schon ein kleiner Vorgeschmack wie das Jahr weitergehen sollte, denn ich wahr wie abgesprochen um 8 Uhr Morgens im Gebäudekomplex in dem sich das Büro befunden hat und wartete auf den Geschäftsführer. Wie der Satz allerdings schon vermuten lässt kam dieser nicht pünktlich. Als ich ihn dann um 8:30 anrief und mich erkundigen wollte ob unser Termin noch steht habe ich ihn geweckt. Er hatte völlig vergessen das wir für den Tag verabredet war und kam dann erst um 9:30 im Büro an. Der Büro Zustand hatte sich, innerhalb der einen Woche die seit dem Bewerbungsgespräch vergangen war, noch verschlimmert und auf dem Besprechungstisch lagen 2 große Stapel mit ungeöffneten Briefen und verschiedenen Dokumenten. Diese wurden mir mit den Worten “Ich habe es nicht so mit Ablagen und sortieren” übergeben und ich sollte Ordnung in die Unterlagen bringen. In diesen etwa 50 ungeöffneten Briefen sowie anderen Dokumenten befand sich auch private Post des Geschäftsführers sowie einige Strafzettel für überhöhte Geschwindigkeit und Blitzerfotos des Firmenwagens. Dazu sollte ich noch erwähnen, dass ich für jeden der Strafzettel mindestens schon eine Mahnung vorliegen hatte. Mit dem sortieren der Post und dem vorbereiten aller Überweisungsträger für Strafzettel sowie Rechnungen und Mahnungen war dann auch mein erster Arbeitstag gelaufen. Auf meinem Weg nach Hause war mir da schon klar, dass das aufbauen einer Struktur innerhalb des Büros nicht so leicht und einfach sein würde, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich sollte mich nicht geirrt haben.

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